Realität ist wie ein Traum

Samstag, April 22, 2006

Sichtbar unsichtbar...

Ja... ich liebe Familienfeiern, besonders wenn sie groß und prunkvoll gestaltet sind. Ein runder Geburtstag schein also ein Anlass dafür zu sein.

Ich tauchte dort auf und von Anfang an, machte ich was ich wollte und keinen interessierte es. Mir wurde immer langweiliger. Als es dann zur Party losging, die in einer ekligen, verpissten, stickigen Scheune stattfand, hatte ich mein Auto für mich alleine, während sich die Menschen in den anderen Autos stapelten. Ich hatte Platz und die Lautstärke meiner Musik war irrelevant.

Die Party begann, viele grauhaarige Leute kamen, begrüßten alle und warfen mir unglaubwürdige Blicke zu, die wohl sagten, was will die denn hier. Keiner erkannte mich aber es schien auch uninteressant, denn sonst hätte man ja nachfragen können.

Ich langweilte mich furchtbar und fing sogar vor lauter Langeweile an zu flirten, mit dem einzigen männlichen Wesen auf diesem Fest, der unter 30 war und nicht zum arbeiten dort. Wie tief man sinken kann.

Die Hälfte der Gäste, oder auch einige mehr hielten es nicht mal für nötig, mir die Hand zu geben, obwohl die Leute die neben mir standen begrüßt worden sind.
Und ich versuchte mich immer wieder der Kinderbetreuung zu widmen, aber auch der kleine unbedarfte Junge wurde mir entzogen. Ich bin halt einfach schrecklich...

Die Musik war herrlich...ich hätte kotzen können...und ständig lief ein abgewandeltes Lied mit dem völlig sinnfreiem Text : "Ich hab mich 1000mal gewogen" und alle amüsierten sich herrlich, während ich mich in der Horde Zebras in die entgegengesetzte Richtung bewegte.

Alkohol zeigte erst seine Wirkung als kaum ein Gast mehr da war. Und die letzten völlig Besoffenen älteren Herren wurden noch bevor die Geisterstunde begann, von ihren Frauen nach Hause gezerrt.

Ich verbrachte den Abend an der Theke, eine Kippe nach der anderen und dem Verfüttern von Salzstangen.

Und wieder einmal wurde mein Dasein verleugnet...ich läge krank im Bett, obwohl ich diesem Gespräch ca 10m entfernt stand. Das baut einen auf...

Eins steht fest, sollte ich irgendwann 50 werden, was ich bis jetzt nicht glaube...weiß ich mit wem ich feiere...

Dem Wald, dem Mond, dem Regen, einem Strick und einem wunderschönen Ast an einer alten Eiche... das wird ein herrliches Fest... und mir wird nicht nur sinnbildlich der Boden unter den Füßen weggezogen.

Ich vergaß zu erwähnen, das der Gastgeber ein eigenes Leben und einen Anspruch auf Genuß und Luxus hat. Ich bin undankbar und ungerecht.
Und so sitze ich weiter vor dem leeren Kühlschrank und stille meinen Durst mit den Eis aus dem Gefrierfach...

Und wenn ihr mich mal seht, wäre es freundlich wenn ihr mir ein Zeichen gebt, damit ich weiß, dass ich nicht unsichtbar bin... DANKE

4 Comments:

Anonymous Anonym said...

Hallo Frau K. ich habe dich gesehen. Du bist nicht unsichtbar oder hat sich seit unserem letzten Treffen da was dran geändert?

Herr T. aus L

8:42 PM  
Blogger traumrealität said...

Da muss sich was dran geändert haben...zumindest scheint es so...

9:53 PM  
Blogger Frau Blod said...

Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

11:01 AM  
Blogger Frau Blod said...

Ich sehe dich. Und das, weil ich dich sehen möchte. Ebenso kenne ich einige Menschen, die dich auch gerne sehen. Und das auch aus freien Stücken.

Nicht alle Menschen sind schlecht. Ebensowenig wie alle Menschen zu unseren Gunsten handeln können. Die Kraft muss man aus den Dingen schöpfen, die einem zeigen, wie wertvoll man ist, damit man genug Kraft hat, um die blinden Menschen zu überstehen.

12:56 PM  

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